Big-Band-Klassiker zum Abschluss der Meisterkonzerte
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9. November 2004
Aula des Bildungszentrums
Leonberger Kreiszeitung
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WEIL DER STADT - Den Abschluss der diesjährigen Meisterkonzerte
gestaltete die 1999 auf Initiative von Klaus Graf gegründete Daimler
Big-Band in der Aula des Bildungszentrums am Sonntagabend.
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Von Alexander Walther
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Der Stuttgarter Jazzsaxofonist Klaus Graf hatte sein Ensemble fest im
Griff. Bei "Shiny Stockings" und weiteren Nummern wie "Fun time" oder der
Ballade "Little Darlin" von Count Basie zeigten die Musiker Temperament.
Klaus Graf gelang es dabei, seine ganze Energie auf die Band zu übertragen.
Elektrisierende Funken blitzten aus den einzelnen Rhythmusgruppen hervor, Gerhard
Schenck schuf am Piano zwischen den weit auseinander gezogenen einzelnen Noten starke
Spannungen und dynamische Kontraste. Die Boogie-Woogie-Bewegung nahm hier rasante
Ausmaße an. Melodiöse und gesangvolle Improvisationen begleiteten den
fetzig-spritzigen Song "Ich will mehr". Peter Herbolzheimers "The Healer" beschwor
unaufhörliche musikalische Linien. Bei Henry Mancinis "Pink Panther"
brillierte der Saxofonist Andreas Mürdter mit einem reich verzierten und
harmonisch eingängigen Solo. Salsa- und Sambaklänge brachen sich in mitreißender
Weise bei "Masquenada" Bahn.
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Der Leadsänger Michael Wolf ist der Daimler Big-Band seit 2001
verbunden. Er war bei Songs von Frank Sinatra ganz in seinem Element. "I'm just a
Gigolo" schuf eine knisternde Atmosphäre, die orchestralen Arrangements waren
hervorragend. Dies galt auch für weitere Titel wie "I've Got You Under My Skin"
und natürlich "The Lady Is A Tramp", wo noch ein Schuss Rhythm & Blues hinzukam.
Billy Joels "Just The Way You Are" gefiel ebenfalls auf Grund der gesanglichen
Eigenständigkeit von Michael Wolf, der die Originalinterpreten nie imitierte.
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An Benny Goodmans legendäres Konzert in der New Yorker Carnegie Hall im Jahre
1936 erinnerte die berühmte Nummer "Sing, sing, sing", wo Klaus Graf sein Ensemble
nochmals zu Höchstleistungen anspornte. Der "King of Swing" meldete
sich mit immer atemloseren und temperamentvollen Einwürfen zu Wort. Die
Goodman Big Band machte eine ausgesprochen kultivierte, von Intonations- und
Präzisionsfehlern gereinigte Henderson-Musik, die das Symbol der Swing-Ära wurde. Diese
Tatsache wurde bei der ausgezeichneten Wiedergabe durch die Daimler
Big-Band deutlich. Hier zeigte sich auch Klaus Grafs besonderes Gespür für solistische
Einzelleistungen. Die Posaunen-Gruppe überzeugte durch effektvolle,
glissandoartige Kadenzen und Phrasen, die die melodiösen Kantilenen der Saxofongruppe
ergänzten. Michael Wolf gewann die Gunst des Publikums bei Nat King Coles "Route
66". Alle Musiker entlockten ihren Instrumenten wahrhaft flirrende Perfektion.
Außer Klaus Graf sind alle Mitwirkenden Mitarbeiter der Firma Daimler.
Zwischen Bandleader und Orchester herrschte eine äußert lebhafte Kommunikation, die
sich im Laufe des Abends immer mehr perfektionierte. Für dieses gelungene und überaus
abwechslungsreiche Jazzkonzert gab es zu Recht Applaus des Publikums.
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Mit 85 Abos waren fast nur halb so viele Dauergäste als 2003 bei allen
Meisterkonzerten dabei. Allerdings seien die Veranstaltungen durchweg gut besucht
gewesen, sagte Sigrid Straub vom Weiler Hauptamt gestern.
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