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Wetzlar. Noch auf dem Heimweg zuckte es in den Gliedern, trommelten
die Finger auf das Lenkrad. Auslöser solcher Befindlichkeiten war die
Daimler-Big-Band mit ihrem Benefizkonzert in der Wetzlarer
Stadthalle zu Gunsten des stationären Hospizes in Mittelhessen.
"Schwibben, wippen, swingen Sie mit", hatte der Vizepräsident des
veranstaltenden Lions-Clubs, Bernd-Michael Langer, zu Beginn der Veranstaltung
das Publikum aufgefordert. Und die rund 350 Besucher machten davon reichlich
Gebrauch. Wohl auch deshalb, weil sie angesichts dieser rasanten Fülle
von Rhythmik, Melodik und Klangfülle gar nicht anders konnten. Das zog
einfach in Beine und Händer
Die Bühne lebte und bebte und schien geradezu über den Kultstätten
des amerikanischen Südens oder dem legendären New Yorker Birland zu
schweben. Gute alte Klassiker aus der Swingszene fanden sich im Repertoire.
Etwa das unsterbliche "Route 66", das sich - fast wurde es bedauert - erst
im Zugabeblock fand, oder "The Healer" und "Shiny Stockings". Dabei spielte
die eingängige Rezeptur des Genres eine genauso wichtige Rolle wie die Fähigkeiten
einzelner Musiker, den vorgegebenen Stoff mit solistischen Improvisationen
anzureichern. Starke Leute zeigten da ihr Können.
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Zitat
"Nach dem Abschied von Mitsubishi können wir heute befreit aufspielen."
Der Gesangsolist der Daimler-Band, Michael Wolf, zur Trennung
des Konzerns vom hochverschuldeten japanischen Automobilhersteller.
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Etwa der Drummer Uwe Mathes, der meisterhafte Gitarrist Markus Halver,
Fred Reinig am Tenorsaxophon, der Trompeter Gerhard Höfer und vor allem
Gerhard Nolte am Piano. Auch sonst herrschte Klasse vor. Ein Klangkörper
von besonderer Qualität, der sich zusätzlich noch mit zwei Gesangssolisten
verstärkte.
Wie etwa das Energiebündel Karin Fitzel ihren Meistertitel
"Birdland" abfetzte, das ließ einem schon den Atem stocken.
Den männlichen Gesangspart lieferte Michael Wolf, der, stark angelehnt
an Frankieboys Gesangsliteratur ("New York"/"The Lady Is A Tramp"), viel
Gefühl und Fülle einbrachte. Ganz stark "Just A Gigolo".
Neben dem klassischen Big-Band-Jazz hatte die Daimler-Band
unter der Leitung von Jürgen Bothner aber viel mehr zu bieten.
Bei ihrem "Groovemaker" mit stakkatogeladenem Tempo schien ein
Hochgeschwindigkeitsexpress abzugehen, so viel Dynamik saß dahinter.
Dazu kamen auch Stilrichtungen wie Latin, Funk und Rock-Jazz mit Titeln
von Count Basie, Neal Hefti oder Sammy Nestico, um nur einige zu nennen.
Nicht zu vergessen, dass es sich bei den Musikern um reine Freizeitkünstler
handelt, die da sehr selbstbewußt professionelles Terrain belegten.
Zu Beginn hatten Bernd Langer und Schirmherr Oberbürgermeister Wolfram
Dette (FDP) die Gäste begrüßt. Der Aufsichtsratsvorsitzende der Hospiz
Mittelhessen GmbH Wetzlar, Professor Dr. Dieter Heinrich, stellte die
neu geschaffene Einrichtung im Spilburg-Park vor. |